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Das Braunschweiger Laresol-Streich- und Klarinettenquintett


V. l. oben: Kana Sugimura - Violine I, Tsvetomir Tsankov - Violine II, Anna Szulc-Kapala - Viola. V. l. unten: Jan Baur - Violoncello, Frank Strauch - Klarinette. (Fotos: Agentur).

(bro) (khm) Am Freitag, 23. März, findet das vierte Kunstfreundekammerkonzert der Reihe 69 im evangelischen Gemeindehaus am Leopoldsplatz statt.

Das Braunschweiger Laresol-Streich- und Klarinettenquintett setzt hier Konzerte fort, bei denen 2012 die Klarinettenquintette von Mozart (KV 581) und Brahms (op.115) sowie 2016 das von Reger (op. 146) zu hören waren. Nun wird C. M. v. Webers Klarinettenquintett B-Dur (op. 34, 1815) zu Gehör gebracht.

Das Ensemble bilden die in New York geborene japanische Geigerin Kana Sugimura, derzeit Konzertmeisterin beim Kammerorchester Musica Assoluta Hannover, der bulgarische Geiger Tsvetomir Tsankov, festes Mitglied der 1. Violinen im Frankfurter Opern- und Museumsorchester, die polnische Geigerin und Bratschistin Anna Szulc-Kapala, Mitglied bei Musica Assoluta, Deutschen Kammerphilharmonie Bremen und der NDR Radiophilharmonie Hannover, der Cellist Jan Baur aus dem badischen Gaggenau, Mitglied im Staatsorchester Braunschweig und im Kammerorchester Musica Assoluta, und der Klarinettist Frank Strauch, gebürtiger Emsländer, Soloklarinettist im Staatsorchester Braunschweig.

Der Name "La re sol" ist aus drei Notenbezeichnungen (la - re - sol für das bei uns übliche a-d-g) gebildet, die der Mönch und Musiker Guido von Arezzo (* um 995) erfunden hat. Diese (ut, re, mi, sol, la, si) sind bis heute im Italienischen und Französischen üblich.

In Streichquartettbesetzung hört man zunächst Haydns grandioses "Kaiserquartett". Dieser hinterließ über 70 nachweislich authentische Streichquartette - Mozart ungefähr 23, Beethoven 16. Dabei entwickelte Haydn zwischen 1755 und 1803 eine musikalische Form, die er immer mehr verfeinerte, so dass er nicht nur „Erfinder des modernen Streichquartetts“ genannt wird, sondern auch schon klassische Muster dieser Gattung geschaffen hat, bei der jedem Instrument das Wort gegönnt ist, wenn auch der ersten Violine das Hauptwort. Zu diesem Typ eines streng und formgerecht konstruierten, viersätzigen Streichquartetts gehört das Kaiserquartett op. 76,3 in C-Dur, das der schon 65-jährige Komponist 1797 schrieb und das als das berühmteste aller Haydn-Quartette gilt. Nach diesem Opus 76 zu sechs Quartetten hat Haydn noch drei Quartette geschrieben. Das Opus 103 war seine letzte Komposition. „Und man kann es wohl als symbolisch verstehen, dass der Komponist sein Schaffen mit einem Werk derjenigen Gattung abschließen konnte, die er recht eigentlich erfunden hatte“ (L. Finscher).

Zum Namen "Kaiserquartett sei auf das einleitende Allegro verwiesen. Es beruht auf einem musikalischen Gedanken“, der immer wieder verwandelt im Satz geradezu allgegenwärtig ist mit seinen Tönen g-e-f-d-c (Zilkens, S 6), einer Tonfolge, die - wie ein Akrostichon - bedeutet: G-ott! E-rhalte F-ranz D-en C aesar (Kaiser). Der berühmte Satz Poco Adagio cantabile ist eine Reihe von vier Variationen über die von Haydn erfundene Hymne zum Text "Gott! erhalte Franz den Kaiser", die, jeweils angepasst, bis 1918 als österreichische Kaiserhymne gedient hat und.deren Melodie seit 1922 - durch Friedrich Ebert verordnet - schließlich bis heute auch als deutsche Nationalhymne dient.

Der Mittelteil des Konzertabends ist "Hymnen" gewidmet. Es erklingen noch einmal die Variationen Haydns zu seinem Kaiserlied, das zu einer der schönsten (Fürsten- und National)-Hymnen geworden ist und mit ihrem gemessenen, choralartigen Duktus auch im Gegensatz steht zu anderen exaltierten und aggressiven Nationalliedern (Zilkens).

Darauf folgt ein Andante religioso zu vier Variationen in Es-Dur über die englische Königshymne "God save the King" aus dem Streichquartett g-moll op. 9/1 (vor 1814) von George Onslow (1784-1853). Unsere Großeltern kannten die Melodie noch bis 1918 als die der preußischen Königs- und deutsche Kaiserhymne "Heil Dir im Siegerkranz, Herrscher (Vater) des Vaterlands! Heil König (Kaiser) Dir!"

Onslows Vater - aus englischem Adel - hatte England verlasse müssen, eine französische Adlige geheiratet. Des begabten Sohnes musikalische Entwicklung vollzog sich langsam und macht der Familiendevise "On slow - voran langsam - Festina lente" alle Ehre. Das Leben des Komponlsten spielte sich dabei ab in der Auvergne, wo er komponierte - vor allem Kammermusik- , und in Paris, wo er zur Winterzeit in vornehmen Zirkeln seine Werke musizierte oder aufführen ließ.. Angenommen wird, dass Onslows Variationensatz (vor 1814 entstanden) von den 'Sieben Variationen für Klavier' von Beethoven (WoO 78) zum selben Thema von 1804 und besonders von den vielleicht schon damals berühmten Haydn-Variationen zum Kaiserlied "Gott erhalte Franz den Kaiser" (1797) inspiriert sei, zumal Onslow von Haydn, Mozart und Beethoven als den " trois Génies, objets de mon admiration et de mon culte" sprach (Niaux).

Samuel Barber, 1910 unweit von Ephrata geboren, gestorben 1981 in New York, hatte in Philadelphia Klavier, Gesang und Dirigieren studiert. Er gilt als einer der fruchtbarsten amerikanischen Komponisten. Er schuf Sinfonien, Solokonzerte, Kammermusiken, Chororchesterwerke und Opern etwa 1966 die Festoper "Antony and Cleopatra" zur Einweihung des neuen Gebäudes der Metropolitan Opera im New Yorker Lincoln Center. Während seine Zeitgenossen sich einem eher dissonantischatonalen Kunstmusikstils verpflichtet fühlten, blieb der "Sänger" Barber immer einer harmonischen und melodischen Komponierweise verbunden. 1936 komponierte Barber sein Streichquartett op. 11. Das Adagio daraus wurde ein solcher Publikumserfolg, dass seine Streichorchesterfassung 1938 von Arturo Toscanini als "Adagio for Strings" mit dem NBC-Symphonieorchester aufgeführt wurde. Seither ist es in allen nur denkbaren Bearbeitungen zu hören. Dieses Adagio in b-moll (mit 5b), eines der populärsten Werke der 'amerikanischen Musica seria', ist aber bekannt - obwohl sicher gegen die eigentliche Absicht des Komponisten, der nicht nur durch sein Adagio anerkannt sein wollte - besonders als offizielle Trauermusik (Adagio of Tears) bei Todesfällen bekannter Persönlichkeiten, etwa für Präsident Roosevelt (1945), Albert Einstein (1955), John F. Kennedy (1963), Fürstin Gracia (Grace Kelly) von Monaco (1982), Prinzessin Diana (1997), für die Opfer des 11. Septembers (2001). 2004 wurde das "Adagio" von der BBC, die die "saddest music of the world" suchte, zum "traurigsten klassischen Stück" gewählt, was Barber sicher nicht gefallen hätte, war doch das Adagio in einer Zeit seiner musikalischen Erfolgen komponiert worden und hatte er es doch nicht mit "Mesto" (traurig) bezeichnet, sondern mit Molto adagio (espressivo cantando) - sehr gemächlich/langsam (ausdrucksvoll singend).

Die Instrumentalmusik von C. M. Weber, von dem Hans Pfitzner meinte, er sei auf die Welt gekommen, um den "Freischütz" zu komponieren, scheint geringeres Interesse zu finden Das geradezu übersteigerte Interesse am "Freischütz" lässt vergessen, dass "rein quantitativ" betrachtet, die sechs Opern Webers in seinem mehr als 300 Titel umfassenden Werkregister (Jähns 1871) sich eher bescheiden ausmachen. Zudem verlangte Weber die Bewährung eines Komponisten doch in allen Gattungen und komponiert auch Werke außerhalb des Opernbereichs wie Messen, Kantaten,. Lieder, Sinfonien, Einzelouvertüren, Solokonzerte und 25 Kammermusiken, von denen das Klarinettenquintett B-Dur op. 34 J. 182 (1811-15) und das Flötentrio g-moll op. 63 J. 259 (1819) die berühmtesten sind.

Das Quintett, dem damaligen "Clarinettgenie" Heinrich Bärmann gewidmet, schon erstaunlich bewertet: "Ein sehr hübsches, aber inhaltlich leicht gewichtiges Virtuosenstück, in dem Bärmann mit seiner Geschicklichkeit blenden konnte, mit seiner berühmten Fingerfertigkeit, mit seinem sanglichen Ton. Nicht so sehr als echte Kammermusik ist dieses Quintett lohnend, denn die Streicher kommen aus ihrer rein begleitenden Rolle kaum heraus, sondern als ein kleines Miniaturkonzert, das nur aus Spaß an den Effekten geschrieben ist" (Jon Warrack 1972). Angesichts des formvollendeten Kopfsatzes, eines langsamen Satzes in der Art einer Klarinettenarie, eines Menuetts, das hinreißende Rhythmik und im Trio lieblicher Melodik zeigt, und eines Rondofinales das mit galoppartigem Rhythmus unwiderstehliche Fröhlichkeit hervorruft, sangliche Klarinettenthemen einschiebt und ein Streicherfugato enthält, kann man nur sagen: Auditores audiant - die Zuhörer mögen hören.

Eintrittskarten und Programmhefte für Nichtabonnenten gibt es an der der Abendkasse.

05.03.18

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